Lichtmalerei fotografieren – Kameraeinstellungen, Ideen und Zubehör

Veröffentlicht am 29.01.2023 · Aktualisiert am 10.09.2026

Lichtmalerei verbindet Nachtfotografie und Kreativität: Mit Taschenlampen, LEDs oder anderen Lichtquellen zeichnest du während einer längeren Belichtung direkt ins Bild. Hier erfährst du, welche Kameraeinstellungen sinnvoll sind, wie du sicher fokussierst und warum ISO 100 und 30 Sekunden kein festes Gesetz sind.

Was ist Lichtmalerei?

Bei der Lichtmalerei wird eine Szene während einer längeren Belichtung mit bewegten oder gezielt eingesetzten Lichtquellen gestaltet. Du kannst Linien zeichnen, Objekte punktuell beleuchten oder eine Person mit Licht „modellieren“.

Entscheidend ist nicht die Stärke des Effekts, sondern eine klare Bildidee. Ein einfacher Lichtstrich kann stärker wirken als ein völlig überladenes Bild.

Welche Kamera brauchst du?

Ideal ist eine Kamera, bei der sich Belichtungszeit, Blende und ISO manuell einstellen lassen. Für sehr lange Belichtungen ist der Bulb-Modus hilfreich. Ein stabiles Stativ ist praktisch unverzichtbar.

Belichtungszeit: so lang wie nötig

Eine pauschale Empfehlung wie „mindestens 30 Sekunden“ ist nicht sinnvoll. Manche Motive funktionieren schon mit 2 bis 5 Sekunden, andere benötigen 20 Sekunden oder mehrere Minuten. Die richtige Zeit hängt davon ab, wie lange du brauchst, um deine Lichtbewegung auszuführen.

Beginne beispielsweise mit 5 bis 10 Sekunden und passe die Zeit anschließend an deine Idee an.

ISO: lieber niedrig starten

Bei längeren Belichtungen ist ein niedriger ISO-Wert oft sinnvoll, weil genügend Zeit zur Verfügung steht. ISO 100 oder 200 kann ein guter Startpunkt sein. Ist die Umgebung sehr dunkel oder die Lichtquelle schwach, darf ISO aber auch höher liegen.

Blende passend zur Lichtquelle

f/8 ist ein brauchbarer Startwert, aber keine Pflicht. Helle LEDs können bei offener Blende schnell überstrahlen, während schwache Lichtquellen mehr Licht benötigen. Passe die Blende deshalb an Motiv, Entfernung und Helligkeit deiner Lichtquelle an.

Vorher fokussieren

Autofokus arbeitet in völliger Dunkelheit oft unzuverlässig. Leuchte dein Hauptmotiv kurz an, fokussiere darauf und schalte anschließend auf manuellen Fokus, damit die Kamera während der Aufnahme nicht erneut sucht.

Weitere Hinweise findest du im Beitrag Autofokus richtig nutzen – wann manueller Fokus besser ist.

Diese Lichtquellen eignen sich

  • Taschenlampen
  • LED-Leuchten und LED-Stäbe
  • Smartphone-Displays
  • kleine farbige Leuchten
  • Lichterketten

Achte auf kontrollierbare und sichere Lichtquellen. Offenes Feuer oder Funkenflug sind für Lichtmalerei nicht notwendig und können je nach Umgebung gefährlich oder unzulässig sein.

Personen in der Lichtmalerei

Soll eine Person scharf sichtbar bleiben, muss sie während der relevanten Belichtungsphase möglichst ruhig stehen. Du kannst sie kurz mit einer Taschenlampe beleuchten und danach das Licht weiterbewegen.

Weißabgleich und Farbe

Unterschiedliche LEDs besitzen unterschiedliche Farbtemperaturen. Bei RAW kannst du den Weißabgleich später flexibel anpassen. Trotzdem lohnt es sich, bereits vor Ort eine Farbwirkung zu wählen, die zur Bildidee passt.

Mein Praxistipp: Erst eine einfache Form

Starte mit einer einzigen Linie oder einem Kreis. Kontrolliere Belichtung und Position und erweitere die Aufnahme erst danach. So erkennst du schneller, welche Bewegung welchen Effekt erzeugt.

Lichtmalerei im Kurs ausprobieren

Die technischen Grundlagen dafür passen besonders zu unserem Kurs Nachtfotografie Saarbrücken am 24.11.2027. Dort beschäftigen wir uns mit langen Belichtungszeiten, Lichtspuren und nächtlicher Bildgestaltung.

Grundlagen zu Zeit, Blende und ISO findest du außerdem in unserer kostenlosen Mogelkarte.

Häufige Fragen

Brauche ich 30 Sekunden Belichtungszeit?

Nein. Die Belichtungszeit richtet sich danach, wie lange deine Lichtbewegung dauert.

Muss ISO sehr hoch sein?

Nein. Bei langen Belichtungen reicht häufig ein niedriger ISO-Wert.

Brauche ich einen Fernauslöser?

Er ist hilfreich, aber ein 2-Sekunden-Selbstauslöser kann bei vielen Aufnahmen ausreichen. Für Bulb-Belichtungen ist eine Fernsteuerung besonders praktisch.

Mit Licht zeichnen

Lichtmalere mit Funken

Belichtungszeit, Bewegung und Lichtquelle gezielt kombinieren.