Veröffentlicht am 14.03.2023 · Aktualisiert am 10.09.2026
Regen ist kein Grund, die Kamera einzupacken. Nasse Straßen, Spiegelungen, Tropfen, Schirme und weiches Licht können Motive sogar spannender machen. Hier erfährst du, wie du deine Ausrüstung schützt, welche Belichtungszeiten sinnvoll sind und wie du Regen sichtbar machst, ohne dich auf starre Einstellungen zu verlassen.
1. Schütze Kamera und Objektiv sinnvoll
Eine einfache Regenschutzhülle ist oft die beste Lösung. Wichtig ist, dass Bedienelemente erreichbar bleiben und die Frontlinse möglichst wenig Wasser abbekommt. Eine Gegenlichtblende hilft zusätzlich, Tropfen von der Frontlinse fernzuhalten.
Bei leichtem Nieselregen reicht je nach wettergeschützter Kamera manchmal schon umsichtiges Arbeiten. „Wetterfest“ bedeutet aber nicht wasserdicht. Bei starkem Regen sollte die Ausrüstung zuverlässig geschützt werden.
2. Regen sichtbar machen
Ob Regentropfen als Punkte oder Striche erscheinen, hängt vor allem von der Belichtungszeit ab. Kurze Zeiten frieren Tropfen stärker ein, längere Zeiten machen ihre Bewegung sichtbar. Welche Zeit passt, hängt von Regenstärke, Brennweite, Abstand und gewünschter Wirkung ab.
Statt mit einer festen Zeit zu arbeiten, teste mehrere Varianten – zum Beispiel 1/250, 1/60 und 1/15 Sekunde – und vergleiche die Wirkung.
3. Suche Lichtquellen
Regen wird sichtbar, wenn Licht auf die Tropfen trifft. Straßenlaternen, Schaufenster, Autoscheinwerfer oder Gegenlicht können den Regen deutlich hervorheben. Tagsüber funktioniert seitliches Licht oft besser als völlig diffuses Licht.
4. Nutze nasse Straßen und Spiegelungen
Nach Regen verändert sich die Stadt. Pflaster, Asphalt und Pfützen reflektieren Licht und Farbe. Fotografiere bewusst tiefer, um Spiegelungen stärker ins Bild zu holen.
Weitere Ideen findest du in unserem Beitrag Spiegelungen fotografieren.
5. Brennweite bewusst wählen
Ein Teleobjektiv kann Regenschirme oder einzelne Personen aus der Distanz verdichten. Ein Weitwinkel zeigt dagegen mehr Umgebung und eignet sich für Straßenszenen mit Spiegelungen und Architektur. Entscheidend ist die Bildidee, nicht eine bestimmte Brennweite.
6. Offene Blende nur, wenn sie zur Bildidee passt
Eine offene Blende kann Tropfen oder eine Person vor einem ruhigen Hintergrund freistellen. Für eine Stadtansicht mit mehreren Bildebenen kann eine kleinere Öffnung sinnvoller sein. Wähle die Blende nach gewünschter Schärfentiefe.
7. ISO nicht künstlich niedrig halten
Bei dunklem Regenwetter steigt die Gefahr zu langer Belichtungszeiten. Erhöhe ISO, wenn du dadurch eine gewünschte Bewegung sicher einfrieren kannst. Ein leichtes Bildrauschen ist oft weniger störend als Verwacklung oder Bewegungsunschärfe.
8. Stativ nur dort einsetzen, wo es wirklich hilft
Für lange Belichtungszeiten, Lichtspuren oder bewusst weich gezeichnete Bewegungen ist ein Stativ sinnvoll. Für spontane Streetfotografie ist es oft hinderlich. Ein Selbstauslöser kann den Fernauslöser ersetzen.
Wie du ein Stativ sicher aufstellst, erklären wir im Beitrag Stativ richtig aufbauen.
9. Nach dem Fotografieren richtig trocknen
Wische die Ausrüstung außen trocken und lasse sie anschließend in normal temperierter, trockener Umgebung akklimatisieren. Verpacke eine feuchte Kamera nicht dauerhaft luftdicht. Bei Wechsel aus kalter, feuchter Umgebung in warme Räume kann Kondensation entstehen.
10. Nutze schlechtes Wetter als Gestaltungsmittel
Nebel, Pfützen, dunkle Wolken und Regenschirme erzählen oft mehr Geschichte als blauer Himmel. Gerade in der Stadt können Regentage sehr fotogen sein.
Mein Praxistipp: Suche nicht „trotz Regen“, sondern „wegen Regen“
Wenn du nur dieselben Motive fotografierst wie bei Sonnenschein, wirkt Regen störend. Suche stattdessen gezielt Motive, die erst durch Regen interessant werden: Spiegelungen, Tropfen, farbige Schirme, beschlagene Scheiben und Licht auf nassem Asphalt.
Passende Fotokurse
Regen, Spiegelungen und wechselndes Licht können besonders bei unseren Stadt-Fotowalks spannende Übungssituationen schaffen. Passend sind der Fotowalk Saarbrücken am 17.04.2027, der Fotowalk Trier am 04.09.2027 und der Herbst-Fotowalk Saarbrücken am 30.10.2027.
Häufige Fragen
Kann ich mit jeder Kamera im Regen fotografieren?
Grundsätzlich ja, wenn sie ausreichend geschützt wird. Wetterabdichtung bietet zusätzlichen Schutz, ersetzt aber keine Vorsicht.
Welche Belichtungszeit zeigt Regen als Striche?
Das hängt von Situation und Motiv ab. Längere Zeiten machen Bewegung sichtbarer; teste mehrere Werte statt einer festen Vorgabe.
Brauche ich einen UV-Filter als Regenschutz?
Nicht zwingend. Eine Gegenlichtblende und eine Regenschutzhülle sind meist wichtiger. Ein Schutzfilter kann in bestimmten Situationen zusätzlichen mechanischen Schutz bieten, ist aber kein Muss.
Regen schafft Motive

Nasse Straßen, Tropfen und Spiegelungen gezielt nutzen.
