Tiere im Zoo fotografieren – 10 Tipps aus der Praxis

Veröffentlicht am 11.09.2019 · Aktualisiert am 10.09.2026

Zoo-Fotografie ist ein gutes Training für Autofokus, Belichtungszeit, Brennweite und Bildgestaltung. Tiere bewegen sich schnell, Gitter und Glasscheiben stören und das Licht wechselt ständig. Hier findest du zehn praktische Tipps, mit denen du im Zoo gezielter fotografierst und ruhigere, stärkere Bilder bekommst.

1. Augen zuerst

Bei Tierporträts entscheidet oft das Auge darüber, ob ein Bild wirkt. Nutze Augen-AF, wenn deine Kamera Tiere zuverlässig erkennt. Funktioniert das nicht, wähle ein kleines Fokusfeld und lege es auf das nähere Auge.

Mehr dazu findest du in Autofokus richtig nutzen.

2. Bewegungen mit passender Zeit einfangen

Ruhende Tiere lassen sich mit deutlich längeren Zeiten fotografieren als laufende oder springende Tiere. Für schnelle Bewegung können 1/500, 1/1000 Sekunde oder kürzer nötig sein. Entscheidend ist die tatsächliche Bewegung, nicht eine feste Zahl.

3. ISO als Werkzeug nutzen

Unter Bäumen, in Gehegen oder Innenbereichen wird es schnell dunkel. Erhöhe ISO lieber, wenn du dadurch eine ausreichend kurze Belichtungszeit erreichst. Ein scharfes Bild mit etwas Rauschen ist meist besser als ein verwischtes Foto mit niedrigem ISO.

4. AF-C bei Bewegung

Bei bewegten Tieren ist kontinuierlicher Autofokus häufig die bessere Wahl, weil die Kamera die Entfernung laufend nachführen kann. Bei ruhenden Motiven reicht je nach Kamera auch AF-S.

5. Durch Gitter fotografieren

Gehe möglichst nah an das Gitter und nutze eine längere Brennweite sowie eine eher offene Blende. Dadurch kann das Gitter stark unscharf werden und im Bild fast verschwinden. Wichtig ist, dass zwischen Gitter und Tier genügend Abstand liegt.

6. Durch Glas fotografieren

Stell dich möglichst dicht an die Scheibe, vermeide schräges Fotografieren und schirme seitliches Licht mit der Hand oder Gegenlichtblende ab. So reduzierst du Reflexionen. Ein Polfilter kann helfen, aber nicht jede Spiegelung vollständig beseitigen.

7. Hintergrund prüfen

Ein Tier vor einem unruhigen Zaun, Schild oder Besucher wirkt schnell dokumentarisch statt ruhig. Verändere deinen Standpunkt, warte auf eine günstigere Position oder nutze eine längere Brennweite, um den Hintergrund stärker aufzulösen.

Dazu passt unser Beitrag Unscharfen Hintergrund fotografieren.

8. Verhalten beobachten

Wer ein Tier einige Minuten beobachtet, erkennt oft wiederkehrende Bewegungen. Dadurch kannst du Momente vorausplanen statt nur hinterherzureagieren.

9. Serienbild gezielt einsetzen

Bei kurzen, schnellen Bewegungen ist Serienbild hilfreich. Dauerfeuer ersetzt aber nicht den richtigen Zeitpunkt. Fotografiere lieber kurze Sequenzen und kontrolliere anschließend.

10. Tiere auf Augenhöhe zeigen

Ein niedriger Kamerastandpunkt kann Porträts deutlich intensiver machen. Achte natürlich auf Absperrungen und fotografiere nur von erlaubten Bereichen.

Mein Praxistipp: Erst beobachten, dann fotografieren

Bei Zoobesuchen sehe ich oft, dass sofort beim ersten Blick auf ein Tier ausgelöst wird. Nimm dir lieber zwei Minuten Zeit: Wo ist das beste Licht? Wie bewegt sich das Tier? Welcher Hintergrund funktioniert? Danach entstehen meist deutlich stärkere Bilder.

Passende Fotokurse

Tierfotografie üben wir direkt beim Fotowalk im Zoo Saarbrücken am 20.03.2027. Beim Fotokurs Köln am 26.–27.06.2027 ist am Sonntag ebenfalls Tierfotografie im Zoo vorgesehen.

Häufige Fragen

Welches Objektiv ist im Zoo sinnvoll?

Ein Telezoom ist sehr flexibel. Für größere Tiere reichen oft mittlere Brennweiten, bei kleineren oder weiter entfernten Tieren ist mehr Tele hilfreich.

Brauche ich ein Stativ?

Meist nicht. Ein Einbeinstativ kann bei schweren Teleobjektiven entlasten, ist aber ebenfalls kein Muss.

Welche Blende ist richtig?

Für Freistellung ist eine offene Blende oft hilfreich. Bei mehreren Tieren oder größerer Schärfentiefe kann Abblenden sinnvoll sein.

Zoo als Trainingsplatz

Tieraufnahme beim Fotoworkshop im Kölner Zoo

Autofokus, Bewegung und Hintergrund direkt üben.